Reisefreiheit 2020

[Update vom 16.05.2020] Der Plan für heute: Die Lage sondieren – welche Möglichkeiten stehen uns eigentlich innerhalb Europas offen? Denn wer weiß schon, wie sich die Lage in den USA entwickeln wird – von einer erlaubten Einreise für Touristen ist momentan jedenfalls nicht die Rede. Und schließlich versuchen wir nach wie vor unserer Reiseroute gegenüber offen zu bleiben – auch was den Beginn unser Reise angeht halten wir uns derweil flexibel. 3 Monate und wir sind startklar.

Bei all dem was momentan um uns herum passiert, wurden wir uns einer Tatsache recht schnell bewusst: Das Heimatland nicht verlassen dürften – eine Situation, die die meisten von uns wohl zum ersten Mal in ihrem Leben erlebt haben dürften. Wir sind es gewohnt, jederzeit die Welt erobern zu können: Die deutsche Staatsbürgerschaft ermöglicht uns die Einreise in so gut wie jedes Land der Welt, dem Schengener Abkommen sei Dank, können wir uns in Europa ohne Grenzkontrollen bewegen und sollten wir mal Schwierigkeiten haben, so scheinen wir selbst der Bundesregierung nicht egal zu sein.

Doch momentan leben wir in einer anderen Welt – in einer kleineren, unsicheren und gefährlicheren Version. Ob du in dieser Welt reisen möchtest, liegt ganz bei dir – doch solltest du dich dafür entscheiden: Wie wäre es mit einer pandemiefreundlichen Radreise im Juli?

Um überhaupt eine Idee davon zu bekommen, welche Optionen uns womöglich offen stehen könnten, galt es im Vorfeld erst mal ordentlich Recherche zu betreiben. Was ist momentan eigentlich der Stand der Dinge? Kommen wir überhaupt, auf dem Landweg, aus Deutschland raus? Lassen überhaupt noch irgendwelche Länder Touristen einreisen? Wie sieht es mit dem Flugverkehr aus? Fragen über Fragen die es zu klären galt.

Kommen wir überhaupt aus Deutschland raus?

  • Österreich: keine Einreise für Touristen möglich; die Durchreise ohne Zwischenstopp ist erlaubt, sofern die Ausreise sichergestellt ist
    • Reisefreiheit ab 15. Juni
  • Schweiz + Liechtenstein: keine Einreise für Touristen möglich
    • Reisefreiheit ab 15. Juni
  • Frankreich: keine Einreise für Touristen möglich
    • Reisefreiheit ab 15. Juni
  • Luxemburg: Einreise für Touristen möglich
    • Reisefreiheit ab 16. Mai
  • Dänemark: keine Einreise für Touristen möglich
    • Reisefreieheit ab 15. Juni (Update: Stand 29.05.2020)
  • Polen: keine Einreise für Touristen möglich
    • Einreise voraussichtlich ab 15. Juni möglich (Update: Stand 29.05.2020)
  • Tschechische Republik: keine Einreise für Touristen möglich
  • Belgien: keine Einreise für Touristen möglich
  • Niederlande: Einreise für Touristen möglich
    • bei Einreise von Flughäfen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, Gesundheitszeugnis

Lassen überhaupt noch irgendwelche Länder Touristen einreisen?

  • Bulgarien: keine Einreise für Touristen möglich
  • Estland: keine Einreise für Touristen möglich
  • Finnland: Einreise für Touristen möglich
  • Griechenland: keine Einreise für Touristen möglich
    • Einreise voraussichtlich ab Juli möglich
  • Irland: Einreise für Touristen möglich
  • Island: Einreise für Touristen möglich
    • 14-tägige Quarantänepflicht
  • Italien: keine Einreise für Touristen möglich
    • Reisefreiheit ab 3. Juni (Update: Stand 16.05.2020)
  • Kroatien: keine Einreise für Touristen möglich
  • mögliche Einreise für Touristen im Gespräch
  • Litauen: keine Einreise für Touristen möglich
  • Malta: Einreise für Touristen möglich
    • 14-tägige Quarantänepflicht
  • Norwegen: keine Einreise für Touristen möglich
  • Portugal: Einreise für Touristen nur an Flughäfen auf dem portugiesischen Festland möglich, keine Einreise für Madeira und die Azoren möglich
  • Rumänien: Einreise für Touristen möglich
    • 14-tägige Quarantänepflicht, eigens dafür vorgesehenen Räumlichkeiten
  • Schweden: Einreise für Touristen möglich
  • Slowakei: keine Einreise für Touristen möglich
  • Slowenien: Einreise für Touristen möglich
    • 14-tägigen Quarantänepflicht
  • Spanien: keine Einreise für Touristen möglich
    • Einreise voraussichtlich ab Juli möglich, Mallorca ab Juni
  • Ungarn: keine Einreise für Touristen möglich
  • Zypern: keine Einreise für Touristen möglich

Wie sieht es mit dem Flugverkehr aus?

  • europaweite Maskenpflicht an Bord von Passagierflugzeugen und in den Flughafengebäuden
  • keine Bestimmungen zum Sicherheitsabstand an Board
  • viele Länder haben ihren Flugverkehr momentan eingestellt – hier muss ganz individuell von Land zu Land geguckt werden

Soweit so gut – könnte schlimmer sein. Doch was heißt das jetzt? Also, wir sehen da zumindest ab Juli ein Paar lohnende Optionen – natürlich mit einer gesunden Portion Optimismus im Gepäck:

  • Portugal – Spanien – Frankreich – Schweiz – Österreich – Deutschland
  • Portugal – Spanien – Frankreich – Luxemburg Deutschland
  • Portugal – Spanien – Frankreich – Schweiz – Italien – Österreich – Slowenien (Update: Stand 16.05.2020)
  • Österreich – Slowenien – Italien – Schweiz – Frankreich – Spanien (Update: Stand 16.05.2020)
  • alternativ könntest du natürlich auch eine gezielte Radreise in ein bestimmtes Land unternehmen

Zu guter Letzt: Solltest du dich, wie auch wir, dafür entschieden, während der herrschenden Pandemie zu reisen – schütze sowohl dich, als auch deine Mitmenschen so gut du kannst. Übrigens, die weltweite Reisewarnung gilt derweil noch bis zum 14. Juni.

Stand: 14.05.2020, Update: Stand 16.05.2020. Quellen:
https://www.auswaertiges-amt.de/de
https://www.suedkurier.de/ueberregional/politik/die-grenzuebergaenge-gehen-am-samstag-teilweise-auf-was-sie-jetzt-wissen-muessen;art410924,10514791
https://www.welt.de/vermischtes/article207960551/Update-zur-Corona-Krise-Die-neue-Reisefreiheit.html
https://www.austrianaviation.net/detail/eu-reisefreiheit-wird-wiederaufgebaut/
https://www.focus.de/reisen/sommer-urlaub-2020-wo-reisen-in-diesem-jahr-moeglich-sein-koennte_id_11911066.html

Und dann kam Corona…

Eigentlich hätten wir uns in knapp drei Wochen auf den Weg in Richtung Griechenland gemacht. Die Wohnung wäre bereits so gut wie leer und die Untervermietung wäre in trockenen Tüchern. Die Räder wären startklar und wir würden jeden Tag mehr Zeug einpacken das wir letzten Endes gar nicht brauchen. Wir würden ständig den Wetterbericht checken und unsere Abschiedsparty planen. Kurz gesagt: Wir würden uns die Nächte um die Ohren schlagen, weil wir vor Vorfreude kaum mehr schlafen könnten. Doch die Pandemie hat unser aller Leben lahm gelegt – und darüber hinaus viele weit schlimmere Opfer gefordert. Was also fangen wir mit der Situation an? Lieferverzögerungen bei den Fahrradteilen, Einstellung nicht notwendiger medizinischer Versorgung, Grenzschließungen, Schließungen des Einzelhandels. All dies hat unsere Planung komplett über den Haufen geworfen – unser neues Motto: Vorbereitung ist das halbe Leben, aber ohne wird’s wohl auch klappen.

Mittlerweile haben wir Mai und keine Ahnung wann unsere Reise beginnt, geschweige denn wohin es überhaupt gehen wird. Schließlich müssen wir Jahres- und Regenzeiten im Auge behalten. Doch wir haben die aktuelle Situation akzeptiert und nutzen bzw. genießen sie so gut es geht. In einer Pandemie lebt es sich langsam. Wir alle haben Zeit in den letzten Wochen bewusster erlebt, manch einem stand sie vielleicht zum ersten Mal seit langem wieder zur Verfügung – oder eben plötzlich nicht mehr. Auch wir haben nach anfänglicher Verleumdung der Situation auf Pause gedrückt und unseren Plan neu durchdacht. Wir konnten unsere Reiseräder (hoffentlich) noch genauer an unsere Bedürfnisse und Ziele anpassen, konnten unsere Ausrüstung besser planen und mehr Zeit in die Arbeit am Blog stecken.

Der aktuelle Stand der Dinge:

Routenplanung

Der ursprüngliche Plan: Wir fahren quer durch Europa bis nach Griechenland (Athen) und fliegen von dort nach Thailand (Bangkok) und radeln dann quer durch Südostasien.

Der neue Plan: Wir steigen noch in Deutschland (oder einem der Nachbarländer – je nach Flugpreis) in den Flieger und fliegen an die Ostküste der USA. Von dort radeln wir entlang der mexikanischen Grenze Richtung Westküste. Ab da wird neu geplant.

Regelmäßiges Training

Der ursprüngliche Plan: Wird schon schief gehen, wir radeln einfach mal drauf los. -Was du vorab wissen solltest, weder Pascal noch ich sind es gewohnt, tagelang für viele Kilometer auf dem Sattel zu sitzen.

Der neue Plan: Wir haben mittlerweile längere Touren hinter uns, bei der Länge haben wir uns an unserem Ziel von ca. 100 km pro Tag orientiert. Diese Touren zu machen war eine der besten Ideen die wir in der letzten Zeit hatten! Denn so war es uns möglich Schwachstellen an unseren Rädern auszumerzen und die Schwachstellen unserer Körper gut kennen zu lernen und im besten Fall auszumerzen:

  • Schmerzen in den Zeigefingern und den Ellenbogen (Sitzposition, Lenker)
  • latent schmerzende Hintern (schmalere Sättel)
  • einschlafende Zehen (Geleinlagen, andere Schnürung)

Unsere Reiseräder

In ein paar Tagen beginnen wir mit dem Zusammenbau unserer Räder – derweil warten wir noch auf das endgültige Angebot über die letzten Teile und ein paar eintrudelnde Pakete. Hierzu also bald mehr 🙂

Reiseimpfungen

Ja wo fange ich da nur an? Vielleicht beim größten Problem – dem in Hannover nicht vorhandenen Tropeninstitut. Unsere Impfungen verliefen leider ziemlich holprig – denn unsere Ärztin wusste unserer Empfindung nach leider genau so viel über das Thema wie wir. Da ich vor zwei Jahren bereits für eine längere Zeit im Ausland war, kam mir die damalige Beratung im Tropeninstitut der UKSH in Kiel zu Gute – zusammen mit den Unterlagen, unserer Ärztin und dem Internet, haben wir es letzten Endes aber dennoch mehr oder weniger gut überstanden. An dieser Stelle: Keine Empfehlung für unser Vorgehen!

Was wir jedoch feststellen mussten, ist wie stark sich die Leistungen der Krankenkassen voneinander unterscheiden. Was wir bereits wussten: Die TK zahlt Reiseimpfungen nach wie vor komplett und anstandslos. Die ikk Classic trägt die Kosten laut telefonischer Auskunft auch komplett, hingegen dieser Auskunft hat sich leider im Nachhinein herausgestellt, dass dies lediglich die empfohlenen Behandlungskosten und nicht die tatsächlich veranschlagten Kosten Umfasst.

Wie es für uns nun weiter geht

Wann genau unsere Reise beginnt wissen wir nicht – doch wir bleiben optimistisch und gehen davon aus, dass wir noch dieses Jahr starten können. Realistisch gesehen rechnen wir mit August – November. Je nach Öffnung der Grenzen und Jahreszeit werden wir unsere Route beibehalten oder erneut umplanen – denn für uns steht fest, sobald Reisen wieder erlaubt sein wird, machen wir uns auf den Weg. Auch wenn die to-do Liste bis dahin noch lang ist und wir einiges aufgrund der Umstände in sehr kurzer Zeit über die Bühne bringen müssen (vor allem die Untervermietung der Wohnung) – wir schaffen das schon! Und freuen uns nach wie vor – denn hey, wir wollten doch Abenteuer? Warum also nicht auch schon jetzt.

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten